Ahoi 2017

Neue Wege zu alten Zielen und das Reiskorn auf der Waage

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, und wirklich spannend ist es beim 32. Mal irgendwie nicht mehr. Ich kann nicht mal wirklich sagen, ob es ein tolles Jahr war, denn es ist so schnell vorbei gezogen das ich mich fast gar nicht dran erinnern kann. Vor dem Jahreswechsel geht aber, denke ich, jeder noch einmal in sich und hofft auf bessere Zeiten. Was habe ich mir im Laufe meines Lebens nicht immer alles vorgenommen für das neue Jahr…mit dem Rauchen aufhören was ich immer nur geschafft habe, wenn ich schwanger war, auf Fleisch verzichten und mich für den Tierschutz zu engagieren, Low Carb zu kochen und doch habe ich alles immer wieder ganz schnell verworfen. Nun bringt das älter werden ja auch Gelassenheit mit sich. Mit vielen Dingen findet man sich ab, andere lernt man zu tolerieren, und wieder andere kann man erst mit den entsprechenden Erfahrungen anpacken und verändern. Natürlich geht das nie von Heute auf Morgen. Meine jugendliche Vorstellung das mit einem Mal alles anders wird weil nun mal Alles, Alles möglich ist nähert sich immer mehr dem Boden der Realität (was in diesem Fall eher etwas positives ist). Denn alles braucht seine Zeit um sich zu wandeln.

Mit dem Jahreswechsel wird sich vieles ändern, beruflich und privat. Das Matrossel-Nest wächst und so freue ich mich wahnsinnig darüber, seit dem 01.12.2016 meinen ersten Mitarbeiter an Board zu haben. Zwar nur auf Mini-Job-Basis, aber immerhin. Mit dem Wachstum des Unternehmens kommen auch viele Umstrukturierungen auf mich zu, weshalb die Website am 31.12.2016 und am 01.01.2017 eine Pause macht und ab dem 02.01. wieder online sein wird. 

Bevor ich aber in das neue Jahr abschweife will ich dieses dann doch würdevoll verabschieden und wie könnte man das besser machen als mit einer Wunderkerze, einem gewohnt überlangen Blogeintrag bei dem ich mein innerstes ausschütte und einer wahren Bilderflut?

Eigentlich wollte ich mir nur „schnell“ ein Weihnachtskleid nähen. Und da es eben „schnell“ gehen musste, habe ich mit dem Frollein Matrossel Oberteil gebastelt. Mal was Anderes als sonst, nicht immer ein schwingender Rock sondern etwas elegantes, reifes, schickes und ja, es sollte auch ein bisschen sexy sein. Herausgekommen ist dieser Party Knüller aus rotem Stepp-Sweat der sich als absoluter Männer-Liebling erwiesen hat. Flux noch alles was ich auf Papier gekritzelt habe digitalisiert, gradiert und noch ein paar fleißige Probenäher über die Weihanchtsfeiertage mit Nähen beschäftigt, und e voila: da ist sie, die Wunderkerze! Für euch zu haben hier als Erweiterung zum Frollein Matrossel oder hier als eigenständiger Schnitt Wunderkerze. Und als richtigen Silvesterknaller könnt ihr euch hier passend dazu die Matrossel Clutch als Accessoire holen. Aber ich will in diesem Blogbeitrag gar nicht so viele Worte über das Kleid verlieren, denn die Bilder sprechen denke ich für sich (hier kannst du auch noch andere Designbeispiele anschauen).

Auch wenn mir das Jahr an sich nicht so wirklich bewusst ist, schweben doch einige Geschehnisse der letzten Zeit in meinem Hinterkopf herum und machen mir zu schaffen. Noch nie im Laufe meiner 32 Lebensjahre hatte ich so sehr das Gefühl, dass unsere Welt wie wir sie kennen mit einem Reiskorn mehr auf der falschen Waage aus den Fugen gerät. Nun macht man sich als Mutter ja immer Sorgen um die Kinder. Doch besorgt zu sein, ob sie in einer friedlichen Welt aufwachsen können oder vielleicht doch noch einen weiteren Weltkrieg erleben müssen, treibt mich schon ganz schön um.

Ach quatsch, alles Schwarzmalerei. Klar kann man die Augen ganz fest zu drücken und sich einreden das alles Übel der Welt verschwindet, wenn man es nur fest genug ignoriert. Das funktioniert blendend, bei uns allen und liegt in der Natur des Menschen. Ein lebendiges Gehirn kann sich nun mal kein totes Gehirn vorstellen und so schüttelt man den kurzen Schrecken ab, und macht weiter mit der eigenen Routine. Man fühlt sich ein bisschen unwohl, dann und wann. Ist kurz in Lauerstellung, wartet ab und schaut was sich tut, hofft das alles so bleibt wie es ist und mit ein bisschen Glück sogar noch besser wird.

Umso mehr ist mir Bewusst geworden, dass es nicht die großen Dinge sind, die ich verändern möchte im neuen Jahr. Ich habe keine Wünsche wie „mehr Glück“, „Frieden“ oder „ein besseres Leben“ denn wir sind alle unseres eigenen Glückes Schmied, haben unsere Leben selber in der Hand und können den Frieden nur in unserem direkten Umfeld erhalten und verwalten. Ich, für mich persönlich, möchte meine alten Ziele nun endlich auf neuen Wegen erreichen. Mich auf die kleinen Dinge besinnen. Auf die, die zwischen den Zeilen stehen und so den Inhalt des Textes kleiden. Mein persönliches „Unwort“ des Jahres 2016 ist definitiv „Das leben 1.0“ (ja ich weiß das ist nicht „ein Wort“…) und ich möchte diese Formulierung in 2017 nicht mehr verwenden. Gibt es denn wirklich ein erstes Leben? Alles hier ist genauso ein Teil von mir und meinem Leben, wie der Mülleimerinhalt in meiner Küche zu Hause. Ich möchte endlich meine Altlasten abarbeiten die ich 2016 so mit mir herumgeschleppt habe. Das geht beim Herbstliebe Teil 2 Blog den ich immer noch nicht veröffentlicht habe los und endet, bei den Babyklamotten von Elsa die immer noch in einer Kiste darauf warten endlich mal bei Ebay oder Kleiderkreisel eingestellt zu werden. Von einem Ganzwohnungsputz ganz zu schweigen….. So sehe ich mit Realismus ins neue Jahr und sage AHOI 2017. Ich will meine Ärmel noch ein bisschen weiter hochkrempeln und an den richtigen Stellen kräftig anpacken. Endlich mal dafür sorgen, dass man in dem was heute sage nicht mehr morgen den Fisch einwickeln kann.

Und so habe ich doch in vielen Posts und Blogs gelesen das der Wunsch den „Druck heraus zu nehmen“ ein allseits beliebter Bestseller ist, den ich auch auf meiner Shopping-Liste habe. Ihr merkt, ein bisschen Selbstironie schwingt da schon mit. Denn den Druck raus zu nehmen ist nicht so leicht, wie es zu äußern.

Anstatt mir Urlaub zu wünschen und in die Ferne zu schweifen, möchte ich lieber die 10 Minuten freie Zeit bewusst genießen, in denen ich mal die Füße hochlegen kann. Anstatt auf bessere Zeiten zu hoffen möchte ich die Zeit, die ich habe, bewusster erleben. Den Menschen, die mir wichtig sind, meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Nicht unendlich viel sondern effektive fünf Minuten. Mir zum Beispiel ein Bild, welches mein Großer gemalt hat, in Ruhe anschauen ohne nebenbei Wäsche aufzuhängen. Oder beim Telefonieren mit meiner Schwester nicht nebenbei an der Website basteln oder im Rechnungssystem Bestellungen verwalten. Ich möchte mich besser strukturieren und Räume für die Familie schaffen, aber auch die Matrosselei in geregelte Bahnen lenken. Wenn mir das Mal gelungen ist, im letzten Jahr, dann habe daraus stets so viel Kraft geschöpft und Zufriedenheit gewonnen, welche ich durch einen Urlaub oder neue Schuhe nicht bekommen kann (oder nur auf Zeit). Ich will versuchen mit meinem Kopf und meinen Gedanken im hier und jetzt zu leben, denn mein Blick ist doch überwiegend auf die Zukunft gerichtet. Ich möchte Demut üben und dankbar sein für das, was sich habe. Denn die Dinge, die wir alle als selbstverständlich und gegeben betrachten (weil der Mensch eben so ist) wie Familie, Gesundheit, Wohlstand (und damit meine ich nicht den „Ich-fahre-einen-Porsche-Wohlstand“ sondern den „ich-glaube-ich-sollte-mal-wieder-2-Kilo-abnehmen-weil-ich-mir-zu-viel-Weihnachtsspeck-angefuttert-habe-Wohlstand!),zu lieben und geliebt zu werden, die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen und seine Meinung frei zu äußern sind zerbrechliche Dinge. Sicherheit und Besitz sind eine Illusion.

Wir leben in verrückten Zeiten und es mag vielleicht auch am Alter und den Kindern liegen, mehr noch als an den Umständen, dass ich im Nacken eine Gänsehaut bekomme während wir mit Freunden ausgelassen feiern weil ich befürchte, dass alles in einem Augenblick vorbei sein könnte. Schwere Worte zum Jahreswechsel aber ich bin nun mal Pessimist. Damit bin ich immer gut gefahren, denn wenn man vom schlimmsten ausgeht ist man immer positiv überrascht wenn es nur halb so schlimm kommt und kann so jedem Unglück etwas Gutes abgewinnen 😉 Somit habe ich mir auch ein bisschen von meinem kindlichen Staunen erhalten und abgesehen davon, ändert man einen alten Kauz wie mich nicht mehr, und das ist auch gut so.

Aber ich möchte nicht nur, dass sich im neuen Jahr etwas ändert. Ich bin ein fröhlicher Mensch, nehme mich selbst nicht zu ernst und trete immer wieder gerne in Fettnäpfchen was genau genommen auch ne ziemlich liebenswerte Eigenschaft ist. So möchte ich gerne bleiben. Ich möchte den guten Draht zu meinen Kindern erhalten und wünsche mir, dass er sich mit ihnen entwickelt und wächst. Das er sich anpasst an die Gegebenheiten und ich es schaffe, die Leitung immer frei zu halten, damit sie mich erreichen wann immer sie mich brauchen. Auch mein Mann und seine kleinen Eigenheiten die mich manchmal in den Wahnsinn treiben, aber überwiegend einfach nur zum Lachen bringen sollen genauso bleiben wie sie sind. Meine Eltern und Geschwister die mich, jeder auf seine Art oft sehr fordern, sollen das auch weiterhin tun. Und meine wenigen, sehr guten Freunde sollen mir weiterhin verzeihen, dass ich so eine „Melde-Schlampe“ bin und es ni hinbekomme direkt eine Whats App Nachricht zurück zu schicken. Ihnen allen stehe ich so nahe, daher ist nicht jeder Tag, jedes Treffen, Gespräch oder Telefonat erfreulich. Es ist nun mal unbequem, wenn man ehrlich zueinander ist, aber es ist der einzig wahre Weg sich wirklich zu lieben!

Zu guter Letzt darf ich auf keinen Fall vergessen, einen herzlichen Dank an die liebe Steffi von Tili Sternchen zu richten. Denn in ihrem Flur sind mit Hilfe der Kinder in Form von Konfetti-Kanonen diese wunderschönen Bilder entstanden…Danke für deine spontane Zeit, deine Offenheit und für den wirklich lustigen Nachmittag <3

UND ich möchte auch nicht darauf verzichten, die soziale Konvention einzuhalten und euch allen einen guten Rutsch in ein gesundes, frohes und neues Jahr zu wünschen. Wie werdet ihr euren Silvester Abend verbringen? Mit Pauken und Trompeten, daheim mit den Kindern, mit Freunden oder Familie, auf Korsika? Erzählt es mir! Egal wie und ob ihr feiert, ich wünsche euch, dass ihr es genießen könnt und wir alle uns gesund und munter in 2017 wiedersehen! Damit entlasse ich euch mit den Blues Pills als Musik-Tipp zum Jahresabschluss. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen die bis HIER HER gelesen haben.

Herzlichst, die Matrossel <3